Eine neue Wohnung, aber noch kein Internet? Fragt nebenan und teilt euer WLAN! (Foto: Nadja Juckel)

Eine neue Wohnung, aber noch kein Internet? Fragt nebenan und teilt euer WLAN! (Foto: Nadja Juckel)

www.wifis.orgDarf ich dir ins Netz gehen?

Auf einer Wellenlänge mit den Nachbarn – Mittels wifis.org könnt ihr euch ein WLAN teilen. Wir haben die Website getestet und denken: Damit lassen sich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen.

Darum geht es: Der Online-Dienst wifis.org ermöglicht es Nachbarn, einen WLAN-Zugang zu teilen.

So funktioniert es: Mona aus dem dritten Stock meldet sich kostenlos auf der Website an und sichert sich einen frei wählbaren Namen, zum Beispiel wifis.org/topfpflanze. In diesen benennt sie anschließend ihr WLAN um. Das macht sie ganz einfach über die Einstellungen ihres Routers. Jetzt kommt Tom ins Spiel. Er ist gerade in den ersten Stock gezogen und hat im Umzugsstress vergessen, sich um einen Internet-Anschluss zu kümmern. Nervös erkundet er das Netzwerkcenter seines Computers. Wenige Augenblicke entspannt er sich: Er hat Monas WLAN entdeckt. Noch weiß er nicht, welcher Nachbar die Topfpflanze ist. Diese Anonymität steht der Kontaktaufnahme jedoch nicht im Weg. Tom tippt den Namen wifis.org/topfpflanze in das Adressfeld seines Browers und gelangt zu einem Formular, über das er Mona kontaktieren kann. Natürlich könnte er gleich nach den WLAN-Zugangsdaten fragen. Da Tom jedoch zu der charmanten Sorte Mann gehört, lädt er Mona erst einmal auf einen Muffin ein. Diese freut sich über die nette Anfrage und schreibt zurück. Noch am selben Abend sitzen Tom und Mona auf Umzugskartons und vereinbaren, wie lange und zu welchen Bedingungen das Netz geteilt wird.

Das bringt es euch: Ihr könnt das WLAN eurer Nachbarn mitbenutzen oder diese euren Zugang. Gerade für frisch Umgezogene ist das eine praktische Alternative zum Web-Entzug. Aber natürlich ist das Modell auch für längerfristige „Partnerschaften“ geeignet. Die Bedingungen, wie etwa das Teilen der Kosten, besprecht ihr individuell. Ein schöner Nebeneffekt: Ihr lernt eure Nachbarn kennen und teilt vielleicht bald nicht nur euer Surfbrett.

Das sagen wir: Fragen statt hacken – unserer Meinung nach eine tolle Idee. Auch die Website gefällt uns: Sie ist sehr minimalistisch gehalten und stellt das Wichtigste knackig und grafisch aufbereitet dar. Im Impressum sieht man sofort, wer hinter dem Projekt steht. Einen Minuspunkt gibt es jedoch für die Nutzungsbedingungen, die leider nur auf Englisch vorliegen. Generell gibt es zwei Aspekte zu bedenken, die sich durchaus als Haken bezeichnen lassen: Der Online-Dienst stellt lediglich eine Verbindung zwischen den Nachbarn her. Für den Umgang mit dem WLAN ist jeder selbst verantwortlich. Heißt konkret: Wenn Tom auf bösen Seiten surft, bekommt Mona den Ärger und haftet dafür. Ein Risiko stellen auch interne Angriffe dar. Rein theoretisch kann man zwar über jeden Computer jeden Computer hacken. Deutlich unkomplizierter funktioniert das jedoch, wenn beide Rechner über dasselbe lokale Netzwerk verbunden sind. Deswegen unser Tipp: Schaut euch eure Nachbarn erst einmal an und checkt, ob ihr auf einer Wellenlänge seid. Die Idee mit dem Muffin könnt ihr – ganz im Sinne der shareconomy – ruhig klauen.

 

Note: 2

+ Ersparnis
+ Kontakt zur Nachbarschaft
+ Einfache Handhabung
- Englische Nutzungsbedingungen
- Rechtliche Risiken

Style :
1 - Hinreißend
Transparenz :
2 - Klar
Nutzerfreundlichkeit :
2 - Übersichtlich
Sparfaktor :
1 - Geschenkt
Aktivitätsgrad :
3 - Lebhaft
Vernetzung :
3 - Aufgeschlossen

Fakten

Gründung: 2011

Apps: -

Preisspanne: kostenlos

Ort: (fast) weltweit

Anmeldung: Email

Sprache: Deutsch und Englisch

Social Media:

     

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