Branche: Business, Tests
Auxmoney.com: Kredite von privat an privat – klingt gut, funktioniert aber oft nicht fair (Foto: Tax Credits,Flickr, CC BY 2.0)

Auxmoney.com: Kredite von privat an privat – klingt gut, funktioniert aber oft nicht fair (Foto: Tax Credits,Flickr, CC BY 2.0)

Auxmoney.comPlattform für Privatkredite – alles Abzocke?

Ihr braucht ein neues Auto, wollt aber kein Bankdarlehen? Auf Auxmoney.com können Privatpersonen bei anderen Privatpersonen einen Kredit aufnehmen. Im Test hinterließ die Plattform für Privatkredite durch versteckte Kosten einen schlechten Eindruck (Update vom 9.8.: Wir wurden darauf hingewiesen, dass einige Gebühren abgeschafft wurden).

Darum geht’s: Auf Auxmoney.com, einer Plattform für Privatkredite, könnt ihr ein Kreditgesuch einstellen und private Geldgeber finden. Das funktioniert im Prinzip wie ein Bankdarlehen. Die Konditionen sind aber günstiger.

Das bringt es euch: Ihr braucht Geld für eine neue Küche, eine Geschäftsidee oder eine Reise? Jetzt gibt es eine Alternative für alle, die keine Lust haben vor dem Sachbearbeiter in der Bank zu Kreuze zu kriechen – oder einfach nicht mehr so recht an das Bankwesen glauben.

Auxmoney: Die Plattform für Privatkredite sieht aus wie eine Bank – und hat die gleichen Interessen wie ein Geldinstitut (Screenshot vom 22.04.2013)

Auxmoney: Die Plattform für Privatkredite sieht aus wie eine Bank – und hat die gleichen Interessen wie ein Geldinstitut (Screenshot vom 22.04.2013)

Das sagen wir: Eigentlich entspricht so ein Kredit unter Privatpersonen voll und ganz der Sharing Economy. Unternehmen und vermittelnde Instanzen wie die Banken werden ausgelassen, stattdessen schließen ganz normale Menschen direkt einen Deal miteinander – peer to peer, von Gleichgesinntem zu Gleichgesinntem, nennt man das in der Fachsprache.

Da sich theoretisch unbegrenzt viele Nutzer an dem Kredit beteiligen können, reichen oft schon kleine Beträge, damit die erhoffte Summe zustande kommt. Bei kleinen Beträgen wiederum ist die Hemmschwelle bei den potentiellen Geldgebern niedriger. Klingt nach einer Win-Win-Situation.
Dumm nur, dass die Plattform für Privatkredite mit einem undurchsichtigen Geschäftmodell in die Kritik geriet. 2010 untersuchte die Stiftung Warentest Auxmoney (Update 9.8.: 2013 überzeugte Auxmoney die Stiftung Warentest mit einigen Änderungen – siehe auch unten “Das antworten die Macher”) und stellte fest: Kreditsuchende zahlten versteckte Kosten von bis zu 150 Euro für ihr Gesuch. Für das Freischalten der Anzeige fielen 9,95 Euro an, wer durch verschiedene Nachweise seine Kreditwürdigkeit beweisen wollte, zum Beispiel mit einer Schufa-Auskunft, legte dafür bis zu 69,95 Euro hin.

Wenn kein Kredit zustande kam, wurden die Kosten zwar erlassen – allerdings nur, wenn die Anzeige 90 Tage online war. Ab dem 14 Tag zahlte der Nutzer dafür 1 Euro pro Tag. Wenn ein Kredit vermittelt wird, fällt eine Gebühr von 2,95 Prozent des Betrags an. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering. Nur 20 Prozent der Gesuche fand 2012 laut Financial Times Deutschland genügend Kreditgeber.
Für Anleger kann so ein Privatkredit zwar eine höhere Rendite abwerfen als Festgeld, er ist aber wie alle Kredite mit einem gewissen Risiko verbunden. Auxmoney nennt es „kalkulierbar“.
Vom Design her sieht die Plattform für Privatkredite aus wie die Webpräsenz jeder beliebigen Bank. Das sagt auch schon alles: Auxmoney.com ist keine gemeinnützige Plattform, sondern ein Unternehmen, das mit der Vermittlung von Privatkrediten Geld verdienen will.

Das antworten die Macher (Update vom 9.8. 2013): “Was die tatsächlich aktuellen Konditionen des Geschäftsmodells betrifft, so finden Sie nachfolgend eine kurze, sachbezogene Übersicht über die Bedingungen für auxmoney-Nutzer:

  • Abschaffung der Einstiegsgebühren: Seit Frühjahr 2013 fällt für Kredit-Nehmer lediglich eine einmalige Vermittlungsgebühr in Höhe von 2,95 % an, wenn der Kredit an den Kreditnehmer ausgezahlt wird. Die Vermittlungsgebühr wird über die Monatsraten verteilt gezahlt.
  • Gebühren für das Einstellen von Kreditgesuchen entfallen vollständig.
  • Seit Februar 2013 ebenfalls gebührenfrei: Die Einstellung von Bonitäts-Zertifikaten”, schreibt Tobias Vornholt, PR-Manager.

 

Das sagen andere: “Trotz einiger negativer Erfahrungen (Zahlungsausfälle der Kreditnehmer) bin ich weiterhin von sog. P2P-Kreditplattformen überzeugt”, schreibt guntiahoster.de

“Bei guten Bonitäten ist es oftmals günstiger einen Kredit bei der rivalisierenden Plattform Smava zu erhalten. Dort ist das Einstellen des Kreditersuchs in jedem Falle kostenlos und Gebühren werden erst nach Abschluss des Kredites fällig”, schreibt Menschkredite.de

Note: 2.5

- versteckte Kosten
- wenig Erfolgsaussichten
- Update 9.8.: Transparenznote von 5 auf 2 gehoben.

Style :
3 - Angenehm
Transparenz :
2 - Klar
Nutzerfreundlichkeit :
3 - Plausibel
Sparfaktor :
3 - Günstig
Aktivitätsgrad :
2 - Quicklebendig
Vernetzung :
2 - Gesellig

Fakten

Gründung: 2007

Apps: -

Preisspanne: Anlagebeträge ab 50 Euro

Ort: Deutschland

Anmeldung: Email

Sprache: Deutsch

Social Media:

     

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