Branche: Skills, Tests
Sciencestarter.de: Crowdfunding für Wissenschaftler ist eine gute Idee. Noch machen nur wenige mit (Foto: iwannt, Flickr, CC BY 2.0)

Sciencestarter.de: Crowdfunding für Wissenschaftler ist eine gute Idee. Noch machen nur wenige mit (Foto: iwannt, Flickr, CC BY 2.0)

Sciencestarter.deCrowdfunding für die Wissenschaft – kann das funktionieren?

Die engergetische Nutzung von Pferdeäpfeln fördern? Auf Sciencestarter.de suchen Wissenschaftler Finanzierer ihrer Projekte. Im Test erwies sich die Plattform als gut gemacht – die Nachfrage ist aber noch gering.

Darum geht’s: Auf der Crowdfunding Website Sciencestarter.de stellen Wissenschaftler ihre Forschungsvorhaben vor. User spenden Geld und bekommen dafür eine originelle Gegenleistung.

Das bringt es euch: Wenn ihr euch für das Paarungsverhalten südmexikanischer Höhlenfische interessiert, könnt ihr hier jungen Forschern ermöglichen, diese Tiere vor Ort zu beobachten. Als Dank für eure finanzielle Unterstützung bekommt ihr zum Beispiel einen exklusiven Einblick in das Forschungstagebuch. Und gehört zu den ersten Menschen, die mehr von diesen unbekannten Wesen erfahren.

Sciencestarter.de: In Deutschland einzigartig. Die Zahl der Projekte ist noch sehr überschaubar (Screenshot vom 08.04.2013)

Sciencestarter.de: In Deutschland einzigartig. Die Zahl der Projekte ist noch sehr überschaubar (Screenshot vom 08.04.2013)

Das sagen wir: Ein Alleinstellungsmerkmal hat Sciencestarter.de schon mal. Es ist die erste deutsche Crowdfunding Website für Wissenschaftler. In dem Wust an Seiten für Kunst- und Kulturförderung ist sie wohltuend anders.

Die Projektsstarter präsentieren zum Teil verrückte wissenschaftliche Vorhaben. So, wie die Idee, Pferdemist für die Biogasanlage aufzubereiten. Dieses Projekt hat seine Zielsumme von 10 000 Euro sogar übertroffen. 14 000 Euro haben die Unterstützer gespendet.

Projektsideen werden zuerst von den Machern geprüft, bei Zweifeln beschäftigen sich der wissenschaftliche Beirat damit. So stellt Sciencestarter sicher, dass die Ideen wissenschaftlich fundiert sind. Das Portal wird gefördert vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft.

Die Webseite ist gut gemacht und schön übersichtlich. Schließlich  waren die Macher von Startnext für die technische Umsetzung zuständig. Design und Farbgestaltung heben sich von den anderen Crowdfunding-Seiten positiv ab. Zum Beispiel sieht der Balken, der anzeigt wie viel Geld bis zum Finanzierungsziel noch fehlt, wie ein Reagenzglas aus.

Einziger Makel – und leider kein kleiner: Zum Testzeitpunkt gab es insgesamt nur sieben Projekte auf der Crowdfunding Website. Drei wurden erfolgreich finanziert, bei dreien läuft die Kampagne noch. Und ein Projekt wartet darauf, dass sich genügend Fans melden, damit es starten kann. Vielleicht kommt der große Zulauf noch.

Das antworten die Macher: „Wir sind am 21. November 2012 mit der Plattform Sciencestarter online gegangen. Crowdfunding ist für die Wissenschaft noch ein neues Thema. Sciencestarter ist die einzige Plattform dieser Art in Europa. Bereits bei der Konzeption gingen wir davon aus, dass es etwas Zeit benötigen wird, bis sich Crowdfunding im Wissenschaftsbereich etablieren wird. Wir denken aber, dass wir mit jedem Projekt einen Zuwachs in der Community verzeichnen. Immer mehr Wissenschaftler werden darüber nachdenken, ihre Forschung  über Crowdfunding finanzieren zu lassen. Natürlich versuchen wir auch, Nachwuchswissenschaftler auf Sciencestarter aufmerksam zu machen.“

Was haben Sie als letztes geteilt, Thorsten Witt (geb. 1980, Gründer von sciencestarter.de)? “Einen Raum in einem Coworking Space, ein Auto beim Carsharing und ich habe ein Projekt auf Sciencestarter finanziell unterstützt.”

Was haben Sie als letztes geteilt, Thorsten Witt (geb. 1980, Gründer von sciencestarter.de)? “Einen Raum in einem Coworking Space, ein Auto beim Carsharing und ich habe ein Projekt auf Sciencestarter finanziell unterstützt.”

Das sagen andere:  „Prinzipiell ist Sciencestarter eine gute Idee: Zum einen ist es ein alternativer Weg, um Forschungsgelder zu akquirieren. Zum zweiten ist es ein Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit, da zur erfolgreichen Einwerbung von Geldern ein beträchtlicher Kommunikationsaufwand notwendig ist. Crowdfunding für wissenschaftliche Forschungsprojekte krankt jedoch an einem entscheidenden Punkt: Schwarmfinanzierung funktioniert nur mit einer entsprechenden Gegenleistung, einem Nutzen für die Einzahler. Idealerweise sind das die Produkte, deren Entwicklung und Produktion gefördert werden. Das ist aber bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten selten gegeben. So gesehen, ist Sciencestarter eine Plattform für Wissenschafts-Spenden“, sagt Tobias Maier von www.scienceblogs.de/Weitergen

“Es gibt sie noch, die richtig guten Ideen. Warum nicht eine Plattform wie Kickstarter weiterdenken, neu denken, als Fundingplattform für die Wissenschaft”, schreibt livingthefuture.de

Note: 2.2

+ Aufmachung
+ Alleinstellungsmerkmal
+ Originell
- wenig Nutzer

Style :
2 - Entzückend
Transparenz :
1 - Glasklar
Nutzerfreundlichkeit :
1 - Selbsterklärend
Sparfaktor :
0 - Nicht bewertet
Aktivitätsgrad :
4 - Angeregt
Vernetzung :
3 - Aufgeschlossen

Fakten

Gründung: 2012

Apps: -

Preisspanne: von 1 Euro bis unbegrenzt

Ort: Deutschland

Anmeldung: Email, Facebook

Sprache: Deutsch

Social Media:

     

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