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Sharing ist ein sozialer Akt der verbindet und happy macht! (Foto: virtusincertus, Flickr, CC BY-ND 2.0)

Sharing ist ein sozialer Akt der verbindet und happy macht! (Foto: virtusincertus, Flickr, CC BY-ND 2.0)

Share-Soziologie“Teilen verleiht ein positives Gefühl”

Wenn wir teilen, machen wir andere glücklich – und uns: Wissenschaftler Stephan Humer erklärt, warum soziale Anerkennung wertvoller als Geld sein kann, wie das funktioniert- und ob der Sharing-Trend eine Zukunft hat.

Stephan Humer, wieso teilen Menschen gerne? Das positive Feedback ist hier sehr wichtig. Es steigert den Motivationsfaktor. Bei Facebook spornen ja zum Beispiel auch die „Gefällt mir“-Likes die User an noch mehr zu posten. Beim Sharing verleiht das Teilen ein positives Gefühl.

 Ist das der Grund, weshalb der Sharing-Trend immer mehr zunimmt? Meiner Meinung nach gibt es hierfür zwei ganz bedeutende Faktoren: Zum Einen ist es heute durch das Internet viel einfacher zu teilen als früher. Die technischen Möglichkeiten sind also ganz anders als noch vor 20 Jahren. Zum Anderen macht die Globalisierung die Menschen viel flexibler. Der Einzelnen kann sein Handlungsspektrum deutlich ausweiten und seinen Besitz viel effizienter und umfassender teilen.

Wissenschaftlich gefragt: Wie könnte man das Phänomen der Share- Economy aus soziologischer Sicht beurteilen? Sharing und ohne jeden Zweifel auch digitales Teilen ist ein sozialer Akt, bei dem man mit Menschen in Verbindung tritt. Das soziale Miteinander sowie das positive Feedback geben den Beteiligten ein gutes Gefühl und stärken die zwischenmenschliche Kommunikation über große Distanzen.

 Mit anderen Worten: Teilen kann also glücklich machen? In bestimmten Fällen macht teilen auf alle Fälle glücklich. Den „Geber“ kann es beflügeln etwas Gutes für seine Mitmenschen getan zu haben.

Würden sie denn sagen, dass Manchen das Glücksgefühl durch das Teilen mehr wert ist als Geld? Das lässt sich nicht verallgemeinern, aber die soziale Anerkennung ist für viele bestimmt genauso wertvoll wie Geld.

Ihre Prognose: Wie wird sich der Sharing-Trend in den nächsten Jahren weiterentwickeln? Ich denke wir stehen erst ganz am Anfang dieses Trends. In dieser Bewegung liegt sehr viel Potential. Viele technische Entwicklungen, die uns bisher noch verborgen oder nur Theorie sind, werden uns in den nächsten Jahren noch zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen zu teilen.

Hand aufs Herz: Teilen sie selbst auch? Ja ich teile auch mit großer Freude. Ich nutzte das Teilen im Internet als effiziente Form der Problemlösung für mich. Dinge die man früher schon hätte teilen können, kann man nun ganz leicht im Netz anbieten. Zum Beispiel habe ich schon Büroräume geteilt.

Nutzen sie selbst Sharing-Plattformen? Ja, Car-Sharning finde ich ganz toll.

Dr. Stephan G. Humer ist Diplom-Soziologe mit dem Arbeits- und Kompetenzschwerpunkten Internet und Gesellschaft. Seit 2006 ist Humer als Dozent an der Universität der Künste in Berlin tätig. Dort forscht und unterrichtet er im Bereich der Internetsoziologie.

     

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