Hand in Hand für Bildungsgeld: Wenn genug Geld gespendet wird, lernen Kinder bald mehr über Nahrungsmittel.(Foto: Anna – A Trip To Food)

Hand in Hand für Bildungsgeld: Wenn genug Geld gespendet wird, lernen Kinder bald mehr über Nahrungsmittel.(Foto: Anna – A Trip To Food)

So funktioniert Crowdfunding (1)“Erstmal brauchte ich Fans”

Die Berlinerin Susann Schubert will mit Crowdfunding Kindern Ernährungswissen beibringen. Sie hat mir erzählt, wie der Start verlief, wie viel Euro sie bereits hat – und wie oft sie den Kontostand prüft.

Wie viele Kartoffelsorten gibt es? Wo kommt die Tomate her? Und wie riecht eigentlich Blumenerde? Viele Kinder kennen Kroketten aus dem Kühlregal, haben aber keine Ahnung, das darin eine von 5000 Kartoffelsorten steckt. Bei einem Praktikum in einer Kinderküche wurde Susann Schubert bewusst, dass Kinder viel mehr über Lebensmittel erfahren müssen. Deshalb hatte die 27-jährige Berlinerin die Idee für ein Bildungsprojekt: AnNa (Ausbildung eines nachhaltigen Nahrungsmittelswissens) soll neun- bis dreizehnjährigen das Lebensmittel näherbringen: Sortenkunde, Geschichte, Wachstum, Nutzung und Zubereitung.

Die Mission: Kindern Lebensmittel näher bringen. (Foto: Anna – A Trip To Food)

Die Mission: Kindern Lebensmittel näher bringen. (Foto: Anna – A Trip To Food)

Aber: ohne Moos nix los. Deshalb hat die Ernährungswissenschaftlerin ein Projekt auf der deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext.de gestartet. Ob das so easy ist, wie’s aussieht? Ich habe Susann gefragt.

Wieso hast du dich fürs Crowdfunding entschieden? Ich habe letztes Jahr schon so viel davon gehört und dachte mir, dass das eine gute Möglichkeit ist, Geld zu sammeln und gleichzeitig meine Idee publik zu machen. Außerdem kenne ich zwei Mädels in Berlin, die Culinary Misfits. Die beiden setzen sich gegen Lebensmittelverschwendung ein und haben über Startnext 15.000 Euro für ihr Ladengeschäft zusammenbekommen. Was die können, das kann ich doch auch!

Und wie bist du das Experiment angegangen? Zwei Wochen, bevor ich auf Startnext gestartet bin, habe ich erstmal über Facebook Fans gesammelt. Meine Freunde eingeladen und die wiederum haben anderen Bescheid gegeben. Anfang März 2013 erstellte ich dann auf Startnext mein Profil. Auch hier musste ich erstmal Fans suchen: vier Wochen Zeit für 100 Fans. Das richtet sich danach, wie viel Startkapital man benötigt. Bei 15.000 Euro sind das 100 Fans. In dieser Phase sind schon viele andere gescheitert. Bei mir lief das super gut. Fansuchen war nicht schwierig.

Aber die Finanzierung schon? Naja, 100 Fans hatte ich innerhalb von sechs Tagen zusammen. Da dachte ich, das Ganze könnte gut klappen. Leider lief die zweite Phase nicht so gut an. Warum? Weiß ich nicht! Ich bekomme nur positives Feedback, viele sind total begeistert und sagen, dass sie unterstützen. Leider oft nur mit einem Like. Geld spenden ist wohl eine andere Schmerzgrenze.

Wie viel kam denn bisher zusammen? Ich habe jetzt in 16 Tagen 917 Euro gesammelt. Das klingt erstmal gar nicht schlecht. Und ich bin auch sehr dankbar dafür, finde das superklasse! Allerdings: Wenn man 15.000 Euro braucht, ist das noch zu wenig. Runtergerechnet auf 13 Wochen bräuchte ich im Durchschnitt pro Woche mehr als 1000 Euro.

Kreisen deine Gedanken jetzt nur noch darum, ob AnNa – A Trip To Food neue Supporter hat? Am Anfang, gerade während der Fansuchphase, habe ich morgens nach dem Aufstehen sofort auf Startnext geklickt. Aber als ich nach vier, fünf Tagen gemerkt habe, dass die Finanzierung eher schleppend läuft, wollte ich mich nicht mehr so verrückt machen. Jetzt schaue ich im Laufe des Tages nach, ob es denn nun ENDLICH mehr Geld geworden ist.

Ich drücke Susann alle Daumen, hoffe für sie, dass viele Geld spenden und bin gespannt, wie’s weitergeht mit AnNa (Journalist Christian von Ott von der TAZ auch) – in einem Monat melde ich mich wieder bei ihr.

     

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